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Fastnachtspiele : Weltliches Schauspiel in literarischen und kulturellen Kontexten Ort: Berlin Verlag: Walter de Gruyter Jahr: 2009 Herausgeber: Klaus Ridder ISBN: 978-3-11-023016-1 Umfang / Preis: 466 Seiten / EUR 114,95
 Das Forschungsinteresse an der Gattung Fastnachtspiel ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Die Komplexität des Phänomens erfordert literatur- und theaterwissenschaftliche sowie kultur- und sozialhistorische Herangehensweisen. Der Band dokumentiert die Beiträge einer internationalen Tagung zum spätmittelalterlichen Fastnachtspiel (Blaubeuren 2007). Germanisten, Romanisten, Niederlandisten sowie Theater- und Kulturhistoriker behandeln Fastnachtspiele unter folgenden Gesichtspunkten: Spielthemen und Stadtpolitik, Performanz und Rezeption, Beziehungen zum geistlichen Schauspiel, zu literarischen und brauchtümlichen Traditionen, ferner Überlieferung, Edition und Kommentierung sowie komparatistische Aspekte. Der Schwerpunkt der hier versammelten Aufsätze liegt auf den Spielen der Nürnberger Tradition; es werden jedoch auch andere Spielgegenden wie der niederdeutsche Sprachbereich, die Schweiz und Tirol sowie vergleichbare Erscheinungsformen aus Frankreich und den Niederlanden behandelt.
Inhalt
Klaus Ridder:
1 Einleitung
ERÖFFNUNG
Hansjürgen Linke:
11 Aspekte der Wirklichkeits-Wahrnehmung im weltlichen deutschen Schauspiel des Mittelalters
FASTNACHTSPIEL UND STADTPOLITIK
Klaus Ridder:
65 Fastnachtstheater. Städtische Ordnung und fastnächtliche Verkehrung
Glenn Ehrstine:
83 Aufführungsort als Kommunikationsraum. Ein Vergleich der fastnächtlichen Spieltradition Nürnbergs, Lübecks und der Schweiz
Heidy Greco-Kaufmann:
99 Inszenierte Politik? Versuch einer Verortung der Luzerner Fastnachtspiele im Kontext theatraler Aktivitäten in der frühneuzeitlichen Stadt
Eckehard Simon:
115 Fastnachtspiele inszenieren die Reformation. Luthers Kampf gegen Rom als populäre Bewegung in Fastnachtspielzeugnissen, 1521–1525
FASTNACHTSPIEL UND FASTNACHTSBRÄUCHE
Jean-Marc Pastré:
Fastnachtspiele: Eine verkehrte Anschauung der Welt und der Literatur
Dietz-Rüdiger Moser:
151 Fastnachtsbrauch und Fastnachtsspiel im Kontext liturgischer Vorgaben
Ulrich Barton:
167 Was wir do machen, das ist schimpf. Zum Selbstverständnis des Nürnberger Fastnachtspiels
LITERARIZITÄT UND THEATRALITÄT
Christiane Ackermann:
189 Dimensionen der Medialität. Die Osmanen im Rosenplütschen ›Turken Vasnachtspil‹ sowie in den Dramen des Hans Sachs und Jakob Ayrer
Sebastian Coxon:
221 Weltliches Spiel und Lachen. Überlegungen zur Literarizität, Theatralität und Performativität des Nürnberger Fastnachtspiels im 15. Jahrhundert
Rebekka Nöcker:
239 vil krummer urtail. Zur Darstellung von Juristen im frühen Nürnberger Fastnachtspiel
Werner Röcke:
285 Identitätsverlust und Kontingenzerfahrung. Die Dialogisierung von Fastnachtspiel und antiker Komödie im Werk Jakob Ayrers
FASTNACHTSPIEL UND GEISTLICHES SPIEL
Gerhard Wolf:
301 Komische Inszenierung und Diskursvielfalt im geistlichen und im weltlichen Spiel. Das ›Erlauer Osterspiel‹ und die Nürnberger Arztspiele K 82 und K 6
Ute von Bloh:
327 Teuflische Macht. Das alte Böse, die böse Alte und die gefährdete Jugend (K 57)
Carla Dauven-van Knippenberg:
345 mit frölicher berg. Über das Miteinander von Komik und Passion
EDITION UND KOMMENTAR
Rebekka Nöcker und Martina Schuler:
363 Überlieferung, Edition, Interpretation. Zur Neuausgabe Nürnberger Fastnachtspiele des 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts
Johannes Janota:
381 Performanz und Rezeption. Plädoyer für ihre Berücksichtigung im Kommentar zur Edition spätmittelalterlicher Spiele. Die Nürnberger Fastnachtspiele als Beispiel
KOMPARATISTISCHE ASPEKTE
Bart Ramakers:
403 Die niederländische Posse. Methoden und Effekte
Jelle Koopmans:
431 Von der französischen Farce des Mittelalters zur Pariser Farce zwischen 1500 und 1520: Geschichte einiger Missverständnisse
ANHÄNGE
449 Abbildungen
463 Register der Autoren und Spieltitel
465 Register der Sammelausgaben
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Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Jo Jonas. URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/annotation.php4?ID=1631 Copyright by www.theaterforschung.de
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